Über

Liebe Leser,

als Vorsitzender von WirtschaftsGott – Institut zur Förderung ethischer und christlicher Werte in Wirtschaft und Gesellschaft (kurz „WirtschaftsGott“, „Wirtschaft$Gott“ oder „WiGott“) freue ich mich über ihr Interesse an unserem Verein. WirtschaftsGott ist ein gemeinnütziger, nicht auf Gewinn ausgerichteter österreichischer Verein, der sich laut Vereinszweck darum bemüht, seinem Namen gerecht zu werden, nämlich ethisch-christliche Werte in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.

Gegründet wurde der Verein von mir. Mein Name ist Mag. Dietmar Böhmer. Sollte Ihnen mein Name bekannt vorkommen, so liegen Sie durchaus richtig. Vor einigen Jahren habe ich die Wirtschaftsseiten der Gazetten gefüllt. Ich war Aktionär und Vorstand der AMIS AG und mehrerer Tochtergesellschaften der AMIS Gruppe.

Ich bin gleich nach Beendigung (eigentlich sogar noch vor dem Ende) meines Wirtschaftsstudium in die Vorgängergesellschaft eingetreten. Bereits nach 6 Monaten war ich Geschäftsführer und nach der Neugründung der Gesellschaft war ich in der oben angeführten Position. Unser Geschäft bestand im Verwalten und vertreiben von Investmentfonds, die wir im Laufe der Zeit auch in Luxemburg selbst aufgelegt haben. Wir waren zu der Zeit das größten Wertpapierdienstleistungsunternehmen Österreichs und das erste, das den Sprung nach Deutschland schaffte und auf diesem Markt auch bestehen konnte.

Die Welt der Wertpapiere war für mich alles, die Wirtschaftsseiten der Zeitungen und Zeitschriften habe ich praktisch wie ein Staubsauger aufgesogen und es gab kaum ein mir unbekanntes Unternehmen. Zu fast einem jeden wusste ich die wichtigsten Daten, wusste woher es kam, was es machte und natürlich auch, ob man davon Aktien kaufen konnte und hatte meist auch eine Meinung dazu, in welche Richtung es gehen könnte.

Diese Branche ist einerseits ungemein interessant und spannend, andererseits ist sie wie ein Fluch. Geldbeträge verlieren ihre Wertigkeit. Es scheint aber allen so zu gehen, denn man hat einen Branchenslang entwickelt um die Summen mit „witzigen“ Namen zu benennen. Jedenfalls drehte sich binnen kürzester Zeit alles nur mehr um Millionenbeträge und ich verlor völlig die Bodenhaftung. Die Unkenntnis und Unfähigkeit der Behörden und der leichte Zugriff auf das Geld und die sich entwickelnde Gier hatten einen logischen Effekt: Ich griff in die Kassa. Nicht in die der Firma, sondern viel verwerflicher, in die der Kunden.

Im Jahre 2005 waren das „Spiel“ aus. Ich wurde zusammen mit meinem Freund und Mitaktionär, meinem Komplizen, wie es im Juristendeutsch so schön heißt, in Venezuela verhaftet und nach 6 Monaten Auslieferungshaft nach Österreich ausgeliefert. Obwohl voll geständig dauerte es mehr als 2 Jahre bis man uns den Prozess machte und ein weiteres Jahr, bis die Berufung der Staatsanwaltschaft mit einem rechtskräftigen Urteil von sieben Jahren endete.

In den langen Stunden in Haft hatte ich enorm viel Zeit um über mich und mein Leben nachzudenken. Ich war erdrückt von Schuldgefühlen und als auch noch eine persönliche Katastrophe eintraf verlor ich völlig die Beine unter dem Boden. Zu dem Zeitpunkt war ich seit 2,5 Jahren in Untersuchungshaft. Man weiß nicht, was auf einen zukommt, das Leben „draußen“ zerbricht und man kann nur zusehen, wie man alles verliert. Keine Idee, wie es weitergehen kann und dann auch noch das. Der Seelsorger kam zu mir und mit ihm konnte ich wenigstens sprechen, ohne befürchten zu müssen, dass … nunja, Gefängnis eben.

Ein „Mitbewohner“ empfahl mir, in der Bibel zu lesen. Das habe ich brüsk abgelehnt, denn ich hatte mit Religion nichts am Hut, bin schon mit 16 aus der Kirche ausgetreten und meine Aversion gegen die Kirche ging so weit, dass ich noch nicht mal in eine Kirche ging. So war ich insgesamt 9 Mal in Paris, aber noch nicht mal Notre Dame habe ich von innen gesehen.

Jedenfalls, als der „Mitbewohner“ einmal auf Besuch und ich einige Zeit alleine war, warf ich verstohlene Blicke in die Bibel. Was ich da las, schockierte mich. Unfassbare Dinge standen da drinnen von denen man normal keine Ahnung hat. Gebündelte Lebensweisheit, Hilfe, Antwort auf Fragen die mich bedrängten. Ich habe natürlich in der Schrift über das Thema Vergebung und Sünde geforscht und eine Menge Fragen gehabt. Der evangelische Seelsorger hat sich die Zeit genommen, mir alle Fragen zu beantworten und als Draufgabe auch gleich neue zum Nachdenken bis zum nächsten Mal provoziert. Danke Matthias. Und danke Carl für die Bibel, die mir heute noch ein wertvolles Hilfsmittel ist, wenn ich Fragen habe und wieder mal zweifle.

Wie soll ich sagen, seit damals hat mich dieses Buch, vielmehr das, was es vermittelt, nicht mehr losgelassen, seit damals habe ich mein altes Leben endgültig abgelegt und lebe seither mit unserem Herrn Jesus Christus, habe einen inneren Frieden, der mir über die damalige Situation mehr als hinweghalf. Dieser innere Friede erlaubte es mir auch, die Erhöhung des Strafmaßes von 5,5 auf 7 Jahre ohne Aufregung hinzunehmen. Ich war sogar froh, denn endlich hatte ich etwas fixes in Aussicht, konnte ich mich an was orientieren und die Tage „runterzählen“.

Mit Anfang 30 war ich am Karrierezenit. Ich hatte meine Firma, ich war Vorstand, ich konnte nicht weiter. Es gab keine Aufstiegschancen mehr. Höher geht eben nicht. Ich hatte eine tolle Wohnung in Wien, ein Haus in Florida, reiste viel und lebte ein unfassbares Leben; vor allem, wenn ich bedenke, wo ich herkomme. Nun war alles aus. Durch das beständige Lesen in der Bibel legte ich viele alte Tugenden ab und wandelte mich. Meine Werte verschoben sich. In der Haft habe ich dann noch zu mir gesagt, dass ich etwas machen müsse, wenn ich dereinst „draußen“ bin.

Nun, am 30.7.2010 wurde ich nach 2/3 der Strafe (4 Jahre und 8 Monaten) wegen guter Führung vorzeitig bedingt entlassen und habe am 1. Oktober 2010 diesen Blog gestartet. Erst anonym und nun, ein Jahr später, habe ich den Verein gegründet und wage mich aus der Anonymität. Die ursprüngliche Rubrik hier war auch anonym geschrieben (siehe hier), doch habe ich mich durch zahlreiche Zuschriften und auch durch Kommentare auf Artikel gedacht, dass es nun sinnvoller wäre mich öffentlich zu bekennen.

Was will ich also? Wie im „anonymen Teil“ schon geschrieben, geht es mir um einen Paradigmenwechsel. Dass es so nicht weitergeht, wie wir derzeit tun, sollte mittlerweile fast allen klar sein. Daher sollen hier Dinge zum Nachdenken, Dinge zum Andersmachen ebenso zu Sprache kommen, wie Dinge, die einen aufregen. Und zwar nicht nur aus dem Bereich Wirtschaft, sondern auch aus dem Bereich Gesellschaft. Es ist Zeit Position zu beziehen und auch Positionen zu vertreten.

Der Verein will auch durch Veranstaltungen Präsenz beweisen, das wird in Zukunft auch passieren und selbstverständlich werden auf dieser Website die Daten dazu bekannt gegeben und darüber berichtet werden.

Bleibt nur mehr zu klären, warum „WirtschaftsGott“ oder auch „Wirtschaft$Gott“: Weil es eben das ist, was in meinem Leben im Mittelpunkt stand und steht. Wirtschaft und Gott. Ich und der von mir initiierte Verein soll den Menschen – neben dem bereits oben dargestellten – vor allem Gott, also Jesus Christus, nahe bringen, ihnen einen Weg zum Glück und zum inneren Frieden zeigen, ihnen den Weg zu einem Leben mit einer Mission aufzeigen. WirtschaftsGott provoziert. Und das ist gut so, denn das regt zum Denken an.
Interessiert? Dann lesen Sie gerne weiter und schauen Sie immer wieder mal vorbei.

Ehre sei Gott in der Höh‘ und Frieden auf Erden, sowie Gottes reichen Segen wünscht Ihnen

Dietmar Böhmer

 

 

P.S.: Ich habe lange darüber nachgedacht, wo im Text ich das folgende nun unterbringe. Wenn ich es hier tue, heißt das nicht, dass es mir am unwichtigsten ist, nur weil es ganz am Schluss steht, vielmehr soll es dadurch herausgehoben werden: Wenn Sie einer meiner Kunden, also ein AMIS-Anleger, waren, so möchte ich mich hiermit und in aller Form aufrichtig bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir unendlich leid was Sie wegen mir durchmachen mussten, welchen Aufwand Sie treiben mussten um zu Ihrem Geld zu kommen und ich hoffe aufrichtig, dass die Auszahlung bald passieren wird und Sie nicht noch länger auf Ihr Geld warten müssen. Glauben Sie mir, könnte ich die Dinge ungeschehen machen, ich würde es tun, nicht meinetwegen!

Ich hoffe, Sie können den Groll gegen mich vergessen und meine innige Entschuldigung akzeptieren.

 

 

 

Bildercredits: Handfessel: (c) APA (Georg Hochmuth), AMIS AG Firmenschild: (c) Clemens Fabry, eigenes Bild