Gott ist verschwenderisch!

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Wieder eine Geschichte von Marta und Maria, die uns einen Fingerzeig gibt, auf was es ankommt. Es ist so anders als man es vermuten würde!

Da nahm Maria ein zwölf Unzen fassendes Fläschchen mit kostbarem Nardenöl, salbte Jesus mit dem Öl die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Der Duft des Öls erfüllte das ganze Haus. Da sagte Judas Iskariot, einer seiner Jünger – der, der ihn später verriet: “Dieses Parfüm war ein kleines Vermögen wert. Man hätte es verkaufen und das Geld den Armen geben sollen.”
Johannes 12,3-5

Die fleißige Marta bewirtete natürlich die Gäste während Maria  (wieder!) zu Jesu Füßen saß. Sie schüttet immens kostbares Öl über seine Füsse und Judas, der “Finanzminister” der Jünger, regt sich zu recht auf. Mit dem Verkaufserlös des Öls wäre vielen Menschen geholfen. Kriegt Maria jetzt ihr “Fett” ab? Man stelle sich das vor, Marta wird sicher vom Herd aufsehen und in sich hineinlachen. “Jetzt hat sie es aber übertrieben, die Streberin. Ha!” Mal sehen …

 

Werden Verschwender von Jesus belohnt?

Bevor wir auf dies eingehen, ein paar kurze Erklärungen. Zwölf Unzen sind etwa 330 Gramm, also auch in unserer Zeit eine ganz schöne Menge, die hier verwendet wurde. Oder um mit Judas zu sprechen, “verschwendet wurde”. Nardenöl ist das Öl aus der Nardenähre, eine Baldrianart die im Himalaya wächst.  Man kann sich vorstellen, bei den damaligen Verkehrsverhältnissen, welchen Wert dieses Öl haben musste; 300 Denarii oder Silbergroschen, das entsprach in etwa dem Jahreslohn eines Arbeiters.

So gesehen, kann man die Entrüstung Judas’ gut verstehen. Wahrlich, um den Verkaufserlös hätten eine Menge Menschen unterstützt werden können. Doch Jesus ermahnt Maria wiederum nicht (sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge auch wie Marta sich verkrampft auf die Unterlippe beisst), als Jesus sagte:

 Jesus erwiderte: “Lass sie. Sie hat es als Vorbereitung für mein Begräbnis getan. Die Armen habt ihr immer bei euch, aber ich werde nicht mehr lange bei euch sein.”
Johannes 12,7.8

Es sei nur noch erwähnt, dass es Judas nicht so sehr um die entgangenen Gelegenheiten ging Hilfe zu leisten. Ihn trieb vielmehr der Neid an. Außerdem griff er schon mal gerne etwas in die Kassa und wenn da mehr drinnen ist, fällt ein diskreter Eingriff nicht so sehr auf.

Jedenfalls, Jesus ist überraschenderweise EINVERSTANDEN damit. Einverstanden, dass Maria das teure und wertvolle Öl “verschwendet”!  Maria hatte das Öl aufbewahrt und gespart um es Jesu bei seinem Begräbnis zu geben. Offensichtlich wusste sie, was dem Christus bevorstand und salbte ihn deshalb mit Nardenöl. Wie sehr sie ihn liebte erkennt man auch an der kleinen Bemerkung, dass sie das Öl mit ihren Haaren verrieb. Haare waren zu allen Zeiten der Stolz von Frauen, also auch damals. Welch Geste also das Haar fettig und klebrig zu machen um jemandes Füsse damit einzureiben!

Jesus ermahnt Judas, Maria doch gewähren zu lassen. Gott auf Erden, aus Fleisch und Blut, kann man nicht ewig seine Ehre erweisen. Somit ist es gut und recht, was Maria tut. Außerdem hat sie es für diesen Zweck gespart. Traurig stimmt der Nebensatz, dass es IMMER Arme geben wird. Doch darauf will ich jetzt nicht eingehen.

 

Gott liebt die Verschwendung

Was mir an dieser Geschichte viel mehr auffiel: Jesus liebt die Verschwendung. Es ist ja pure Verschwendung, wenn 330 g extrem teuren Öls über die Füsse geschüttet werden. Doch für Gott ist das normal!
Steile These, oder? Aber: Gott ist nun mal verschwenderisch, ein alter Lebemann sozusagen! Sehen Sie sich einmal in der Natur, in seiner Schöpfung, um. Verschwendung pur. Gras hat nicht nur ein Grün, das Gefieder der Vögel ist unterschiedlich, jeder Mensch sieht anders aus. Wenn Gott keine Verschwendung wollte, warum macht er nicht alles gleichfärbig und gleichartig? Was sich bewährt, das wird genommen, also ein Grünton, ein Federschmuck und eine Gesichtsform.

Gott hat die Natur erst recht verschwenderisch gemacht, wenn es zu Notsituationen kommt. Nur dadurch, dass in Notsituationen Verschwendung herrscht, kann Neues entstehen, ja können diese Notsituationen überhaupt erst überwunden werden.

Und selbst der “Volksmund” hat recht, denn wie sonst sollte man das “Spare bei Zeiten, so hast du in der Not” verstehen? Wenn es einem gut geht, legt man sich einen Notgroschen an, den man dann in nicht so guten Zeiten hernehmen kann, den man dann verprasst, verschwendet.

Wenn man aber keinen Notgroschen, man also nicht bei Zeiten gespart hat, kann man auch in der Notsituation nicht verschwenderisch sein, wird man “untergehen”, schlimmstenfalls verhungern. Sehen wir nach Griechenland, Spanien, Italien, aber auch nach Deutschland, Österreich oder all die anderen westlichen Länder, so erkennt man leicht, dass weder die Staaten noch die Menschen selbst gespart haben und somit in der Notzeit nicht verschwenderisch sein können. Daher müssen sie auch in Notzeiten sparen! Wie sinnvoll ist das? Und wie schmerzvoll? Ich wünsche keinem von uns das ertragen zu müssen, was den Griechen in den letzten Wochen und Monaten aufgebürdet wurde und noch werden wird.

Nur zur Klarstellung: Die hohe Verschuldung, sozusagen das negative Sparen in guten Zeiten, ist eine Vergeudung. Und Gott fördert und belohnt die Verschwendung, nicht aber die Vergeudung! Denn Verschwendung ist das Verwenden des teureren Öls zu einem speziellen Anlass, während Vergeudung das achtlose Wegschütten des Öls wäre.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie in Zukunft verschwenderisch sein können. Und wenn sie es sein können, dann seien sie es auch!

Gottes reichen Segen

Ihr

 

WirtschaftsGott

 

Bilder:
Duftöl, tokamuwi, pixelio.de
bunte Vögel, ^riza^, flickr.com

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