Arbeit ist Gottesdienst

Der heutige Facebook-Vers entführt uns an den Beginn der Bibel. Es ist der erste Vers überhaupt und die ersten beiden Worte auf hebräisch geben dem Buch auch den hebräischen Namen (Bereschit). Auf Griechisch bedeutet das Genesis (Beginn) und so wird das Buch heute noch – hauptsächlich in der römisch-katholischen Kirche – bezeichnet.

Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
1. Mose 1,1

So eröffnet also die Bibel das Buch der Bücher. Aus dem Nichts hat Gott alles erschaffen. Nun, ich möchte nicht in einen Streit zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und ihren Modellen über die Entstehung des Universums und des Lebens einerseits (Evolutionstheorie) und religiöser Überzeugung, dass die Erde erst ein paar Jahrtausende alt sei (Kreationismus), einsteigen. Bei genauerer Betrachtung gibt es gute Gründe für beide Varianten und noch bessere, für eine Mischung aus diesen beiden, doch das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Nein, worauf ich hinaus will: Gott hat alles geschaffen und dieser Schöpfungsakt war harte Arbeit, so dass Er sich am siebten Tag von den Strapazen erholen musste.

Am siebten Tag vollendete Gott sein Werk und ruhte von seiner Arbeit aus.
1. Mose 2,2

 

 

Ein Universum schöpfen

Das ist auch nachvollziehbar. Ein ganzes Universum und alles Leben aus der Taufe zu heben kann keine leichte Arbeit sein. Doch das steht nicht im Mittelpunkt des Artikels. Worum es mir geht: Gott hat zuerst mal gearbeitet, weil er etwas geschaffen hat. Interessanterweise ist in der steirischen Mundart das Wort für hart arbeiten “scheapfm”. Mit dem Trend zur Vermeidung von Umlauten (und dem dafür typischen steirischen Bellen) ergibt das auf hochdeutsch schöpfen. Wer etwas schöpft, wer etwas erschafft, arbeitet hart.

Gottesdienst ist die Versammlung von Menschen, die mit Gott eine Gemeinschaft haben wollen. Um mit jemandem eine Gemeinschaft zu haben, muss man zwangsläufig ähnlich ticken, man muss also Gemeinsamkeiten haben. Ein Briefmarkensammlerverein, der nur von Dackelfreunden besucht wird, ist nicht denkbar, oder?  Man teilt also gemeinsame Interessen. Im Falle des Gottesdienstes versucht man als Gläubiger sohin, Gemeinschaft mit Gott zu haben, Ihm ähnlicher zu werden. Will man das, muss man nach Seinem Vorbild suchen und ihm Nachstreben. Und eines der Vorbilder, das Er uns hinterlässt, ist im obigen Vers nachzulesen. Unser Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde und allem dazwischen, JHWH, Jahweh, war der erste Arbeiter.

Wenn also Gott gearbeitet hat und sich abmühte um etwas zu erreichen, es andererseits notwendig ist, Gott ähnlicher zu werden um mit ihm Gemeinschaft zu haben, dann ist es oberste Tugend und Pflicht eines Christenmenschen, diesem Beispiel zu folgen. Arbeit ist sohin Gottesdienst weil ich dadurch Gott näher komme. Gott hat sechs Tage gearbeitet und am siebten hat er sich von den Strapazen ausgeruht und sich seiner Schöpfung erfreut.

 

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Wer kennt diesen Spruch nicht! Es gab mal Zeiten, da predigte man ihn fast in allen Familien. Das ging schon damals in der Schule los, dass man erst spielen gehen durfte, wenn die Hausaufgaben erledigt waren. Nicht zu selten ärgerlich gewesen! Es hatte aber auch Vorteile. Man konnte zwar oft etwas später als die Freunde raus gehen, hatte aber ein leichteres Gefühl dabei, weil man sich abends nicht mehr über die Bücher beugen musste.

In eine ähnliche Richtung geht ja das “Spare bei Zeiten, so hast du in der Not”. Hmmmh, jetzt, wo ich diese beiden Sätze so lese, kommen sie mir wie Sätze aus einer längst vergangenen Zeit vor. Geht es Ihnen ähnlich? In einer Zeit, die nur mehr nach den neuesten Vergnügungen gesucht wird, in der Spaßgesellschaft, in der man einen Konsumkredit schon bald an jeder Ecke bekommen kann, sind das scheinbar veraltete Tugenden. Heute will man alles und sofort haben. Vorbei die Zeiten, als man auf das Auto, die Hifi-Anlage oder die Schuhe gespart und sie dann mit Freude erworben hat. Man kauft gleich und zahlt halt irgendwann zurück. Wenn überhaupt.

Ebenso wird heute Arbeiten als unnütz empfunden. Ist doch allemal besser, zu Hause seinen Tag zu verbringen. Arbeitslosengeld, Harz IV und andere Unterstützungen reichen ohnedies aus. Zur Not noch ein wenig “pfuschen”, also Schwarzarbeit zur Aufbesserung der Einnahmen. Warum sollte man sich für ähnlich viel Geld in einem normalen Job verausgaben? Wie sollte man dann die spannenden Gerichtsshows und Talk-Shows am Nachmittag ansehen?

 

Verstoß gegen Gottes Gebote

Wir im sogenannten Westen sind eine degenerierte Gesellschaft geworden, die alles vom Staat haben will. Er soll für uns denken (daher gibt es für jede noch so kleine Kleinigkeit ein Gesetz) und er soll uns auch erhalten. Geben wollen wir aber nichts, Steuern sparen und minimieren wo es nur geht. Arbeiten in einem normalen Dienstverhältnis? Warum? Siehe oben.
Dies alles ist aber zutiefst unbiblisch und trennt uns von Gott. Und immer, wenn sich die Menschen zu weit von Gott entfernt haben, ist eine Katastrophe nicht weit gewesen. Aber man braucht nicht mal daran zu glauben, dass es eine Strafe Gottes ist, ja man braucht nicht mal Christ oder gar gläubig zu sein. Es ist schlicht so, dass die Gesetze Gottes grundvernünftig sind und unser aller Zusammenleben sinnvoll und problemfreier gestalten. Wenn wir uns nicht daran halten, verstoßen wir nicht nur gegen Gottes Gebote, sondern quasi auch gegen universelle Gebote.  Wohin das führt kann man seit 2008 beobachten. Und am Beispiel Griechenlands wird uns klar, wohin die Reise gehen wird.

Durch den Vers 1 im 1. Kapitel der Bibel will uns der Herr daran erinnern, dass es unsere erste Pflicht ist, zu Arbeiten, schöpferisch tätig zu werden. Selbstverständlich kann es Phasen geben, in denen man partout keine Arbeit findet oder es gibt auch Regionen, wo es keine neuen Arbeitsstellen mehr gibt. Dann spricht selbstverständlich nichts gegen staatliche Hilfen, aber ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Organisationen oder Kirchen wäre dann ja auch eine Arbeit im Sinne Gottes, denn sie dient dazu, Menschen zu helfen. Darum sollte es doch bei der Arbeit gehen. Hilfe für andere. Gott hat ja die Welt auch nicht für sich selbst erschaffen. Wenn man anderen Menschen hilft, wird man den Lohn bekommen und wird nicht zuschanden werden.

Dies meint jedenfalls

Ihr

 

Wirtschaft$Gott

 

 

Fotocredits:
Himmel und Erde: Gerd Altmann, pixelio.de
Jobs: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, pixelio.de
 

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