Griechenland und nun Irland – Deutschland der Zahlmeister? Wie lange noch?

Welch Glück, dass die Banken froh sind, dass Irland unter den sogenannten Rettungsschirm der Euroländer kommt. Können uns die Banken nicht egal sein, haben die nicht ohnedies genug Geld? Doch wie kann sich das alles ausgehen, wo doch alle Staaten verschuldet sind? Und erschwerend kommt dazu, dass die Wachstumsraten kaum ausreichen, die Schuldensteigerungen zu decken. Kommen nach Jahrzehnten des Wohlstandsgewinnes nun die Zeiten des Verlusts? Geht es mit uns bergab?

 

Egoistische Generation

Ihr Wirtschafts$Gott hat bereits im Artikel "Verschuldung, Schuldenfalle und schließlich die Schuldenkrise" die extrem hohen öffentlichen Verschuldungsquoten angesprochen. Nun, es bedarf keinerlei prophetischer Begabungen, um hier Probleme herauszulesen und die Behauptung aufzustellen, dass wir Europäer weit über unsere Verhältnisse leben, ja dass wir in unserem Konsumwahn auch noch die Zukunft unserer Kinder, ja selbst der Kindeskinder konsumieren und dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben. Wir werden sehen, die typischen Sparprogramme werden vor allem die Ausgaben im Bildungsbereich betreffen. Denn das trifft die jungen Menschen im Lande, die haben noch keine Lobby und sind vor allem zu wenige und die sind auch noch zu schlecht organisiert. Die grauen Panther der Seniorenfraktion aber, die wissen wo sie an der Strippe ziehen müssen, die sind mit allen Wassern gewaschen, kein Wunder, nach Jahrzehnten in der Politik. Dies, und die Tatsache, dass ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung immer größer wird führt eben dazu, dass gerade in Bereichen gespart wird, die der Zukunft dienlich sind, wie eben der bereits oben angeführte Bildungsbereich.

geld-bildet-sparen-bei-bildungWir leben in einer globalisierten Welt, und da muss der Arbeiter in München, Berlin, Zürich oder Wien mit dem Arbeiter in Bejing, Hong Kong oder Hanoi konkurrieren. Das ist nun mal so und Sozialromantiker werden das Rad nicht zurückdrehen können. Es ist ja nicht das erste Mal, dass es zu einem kompletten Wechsel des Wirtschaftsgefüges kommt. Denken Sie mal, vor 150-200 Jahren hat es wohl in jedem Ort mindestens einen Hufschmied gegeben. Wenn Sie in Ihrem Ort heute einen haben, dann ist das fast eine Sensation. Ja, so ist das, ein stetiger Wandel und natürlich ist er für die Generation, die den Wandel direkt mitmacht, am schwierigsten (Was wurde wohl aus all den Hufschmieden? Reifenhändler?). Die negativen Auswirkungen auf einen selbst, ja auf die Gesellschaft, in der man lebt kommt immer vor der positiven Änderung. Wie schon der gerade in der aktuellen Krise immer wieder gerne zitierte (und dennoch ständig falsch verstandene) Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes so treffend sagte: "Die Dinge müssen schlechter werden, bevor sie besser werden können".

waage-alles-ist-im-gleichgewicht-schulden-guthabenWahrlich, wahrlich. Weise gesprochen, Herr Professor. Denken wir mal an uns. Auch bei einem selbst ist es genau so, erst recht bei einer Volkswirtschaft. Nur wenn es einem schlecht geht, findet man zum Glauben, wird man besser, ändert man sich. Kaum einer, den es gut geht, wird die Existenz Gottes und die Hingabe seines Leben zu Jesus Christus annehmen.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in Gottes neue Welt kommt.
Lukas 18,25

Dinge müssen also schlechter werden, damit sie besser werden können. Nun, dann stehen uns ja wahrlich goldene Zeiten bevor, denn die Dinge sind sehr schlecht. Wir sind eine verlotterte, von Genußsucht, Hedonismus, Neid und Geiz geprägte Generation, die es schafft, den Erdball zu ruinieren und das ganze Erbe unserer nachkommenden Generationen restlos zu verbrauchen. Feige, uns aus der Verantortung stehlend auch noch, denn wir wissen, dass sie die Zeche für uns zahlen werden. Zechpreller, ja Betrüger sind wir! Wir alle zusammen!

Er [Gott, Anm.] segnete sie und sprach: "Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde! 
1. Mose 1,28

Nehmt sie in Besitz steht hier. Ich meine, die Bibel ist manches Mal wirklich schwierig geschrieben und man muss oft lange nachdenken und beten, was Er uns damit sagen will, aber das ist so eindeutig wie ein ja oder nein. Nehmt sie in Besitz, will heißen, dass man sie nutzen kann, aber auf sie aufpassen muss. Besitz verpflichtet.
Sie besitzen doch ein Auto, oder? Ist es ihnen dann egal, ob sie heute noch eine Delle reinfahren oder nicht? Sie gehen regelmäßig zur Inspektion, die Reinigung ist selbstverständlich. Sie passen auf einen Haufen Blech besser auf, als auf Gottes Geschenk, etwas – wie es bisher scheint -einmaliges in den Weiten des Universums. Warum nur fällt es uns so leicht, aufs Auto acht zu geben und die Erde behandeln wir sprichwörtlich wie den letzten Dreck?

 

Die Schulden der anderen

Was hat das nun mit den Schulden der Griechen und Iren zu tun. Nun, wie sind die denn entstanden? Doch nicht von heute auf morgen, oder? Sie sind entstanden durch Genußsucht, Habgier, Geiz … ich will das von oben nicht nochmals wiederholen. Und zwar natürlich in erster Linie von derjenigen der Griechen und Iren. Doch woher kamen die Dinge, die sie unbedingt haben mussten? Großteils aus Deutschland. Deutschland hat unheimlich davon profitiert, dass diese Länder sich verschuldeten. So wie Waffenlieferanten – die Handlungsreisenden des Todes – am Leid der anderen verdienen. Arger Vergleich? Finden Sie? Ist Wirtschaft nicht Krieg mit anderen Mitteln? Denken Sie mal ruhig nach!

In der Physik kennt man den Energieerhaltungssatz, ein Naturgesetz. So ein "Naturgesetz" gibt es auch in der Wirtschaftswissenschaft. Zwei sogar, die sich natürlich wechselseitig ergänzen. Die eine ist: Von nichts kommt nichts, die andere beschreibt einfach einen Zustand: Im Prinzip ist alles im Gleichgewicht.
Da von nichts nichts kommen kann, müssen die Schulden von irgend woher kommen, gemeint ist das Geld, das ausgegeben wurde, ohne es zu besitzen. Es kommt ja nichts von nichts. Die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen. Von nichts kommt nichts und alles ist im Gleichgewicht. Wenn also die Griechen und Iren (und die Bewohner all der anderen Länder, mit denen Deutschland eine positive Handelsbilanz aufweist) in der Vergangenheit wie wild Waren Made in Germany kauften, brachen alle gleich in Jubelstimmung aus, die Ausfuhren sind im Steigen, es geht aufwärts, hurra. Nun, die Guthaben der einen, sind die Schulden der anderen. Und wenn die Guthaben immer mehr steigen, müssen auch die Schulden immer mehr steigen, weil von nichts ja nichts kommen kann. Und was ist, wenn man zu viele Schulden hat? Man ist überschuldet und muss zum Insolvenzrichter. Und das wiederum bewirkt, dass der Gläubiger (also hier im Beispiel Deutschland) sich mit weniger begnügen muss, mit einer Quote weit unter 100%! Was wird das wohl nach sich ziehen?

Reißt Irland die Eurozone mit in den Abgrund?Sie können es wahrscheinlich nicht mehr hören, aber vielleicht hilft das mantraartige Widerholen, um es besser zu verstehen. Die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen. Und die Guthaben sind wiederum Schulden. Verwirrt? Also, die Schulden der Iren sind die Guthaben z.B. deutscher Banken. Sie haben ihr Geld in Irland angelegt. Woher aber haben sie das Geld? Richtig. Von Ihnen, der kleine Mann, der brav jede Mark auf die Bank bringt. Sie haben ein Guthaben und die Bank hat Schulden bei ihnen. Diese Schulden bei ihnen kann aber die Bank in Guthaben umwandeln, dass sie ihrerseits wieder weitergeben kann. Eben nach Irland, so wie es auch schon mit Island und Griechenland der Fall war. Wenn nun die Iren ihre Schulden nicht bezahlen können, dann kann auch Ihre Bank nicht die Schulden bezahlen, Ihnen gegenüber nämlich. Sie sehen, ein wahrlich unlösbares Problem. Der kleine Mann kommt auf jeden Fall zum Handkuss. Wird ein "Rettungsschirm" aufgespannt, muss er mit Steuermitteln bezahlen, wird er nicht aufgespannt, muss er zwar nicht bezahlen, aber er verliert enorm, gar alles. Die Schäden von Pleiten großer Banken sind beträchtlich, sie können die ganze Wirtschaft aus den Schienen werfen, das politische System nachhaltig verändern. Das ist auch der Grund, warum es zu solchen Rettungsmaßnahmen kommt, ja kommen muss, um Ereignisse wie in den 1930er Jahren zu vermeiden. 

Doch leider haben die Regierungen die falschen Schlüsse gezogen. Natürlich ist es publikumswirksam und lässt sich daheim im Wahlkreis an den Stammtischen besser verkaufen, wenn man gegen die Manager mobil macht, gegen diejenigen, die an den Schlalthebeln sitzen und enorme – zugegeben oft unverschämte –  Boni kassieren und dann doch die Bank an die Wand fahren. Das ist aber nur Augenwischerei, Spiegelfechten. Das löst das Problem nicht. Die Banken sind heute "too big to fail" wie man so schön sagt, also zu groß um sie in die Pleite schlittern zu lassen. Siehe oben. Hier müsste angesetzt werden, die Banken zerschlagen werden, auf kleinere Einheiten, die nicht mehr die ganze Gesellschaft erpressen können.  Durch die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung der Banken und dem too big to fail werden grundsätzliche marktwirtschaftliche Bedingungen außer Kraft gesetzt: Wenn sich ein Unternehmen am Markt nicht behaupten kann, dann verschwindet es vom Markt. Die Banken aber, haben zuerst den Markt ruiniert, dadurch sich selbst de Geschäftsgrundlage entzogen.
Aber es ist egal, sie sind doch too big to fail, also her mit dem Steuergeld und schon werden wieder tolle Gewinne geschrieben. Und wieder haben  wir ein Vollkaskosystem. Diesmal weltweit, denn es scheint für jeden Staatschef ein Renomé zu sein, wenn eine große Bank ihren Sitz in seinem Land hat? Nein, weil hier die Banken den Staat in die Geiselhaft nehmen. Wer kauft denn die Staatsschulden ab? Wer finanziert die Ausgabenprogramme der Regierungen. Die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen. Die Schulden des Staates sind die Guthaben der Banken und Versicherungen. Jetzt eine ehrliche Frage an Sie: Wenn Sie jemandem Geld borgen, machen Sie die Regeln wie es mit der Rückzahlung aussieht oder der Schuldner? Tja.

 

Fressen uns die Schulden auf?

Die Revolution frisst ihre Kinder. Robespierre kam auch unter die Guillotine.  Es steht zu befürchten, dass die Schuldenpolitik ihre Gläubiger frisst. Sehen Sie sich mal die folgende Tabelle an, die Daten stammen von Eurostat.
 

 

LandHaushaltsdefizit
in % des BIP
Schulden
in % des BIP
Schuldendienst
in % der Steuereinnahmen
I5,0%118,5%55,9%
GR9,4%133,2%53,5%
NL6,1%65,3%41,1%
IRL32%105,6%36,9%
MT4,2%69,7%30,2%
SF4,1%49,8%26,9%
FR7,7%83,0%26,3%
E9,4%63,3%25,0%
D4,3%76,1%23,5%
CY5,5%61,2%23,0%
SLO6,2%42%16,9%
P7,5%80,4%15,9%
B5,0%99,6%13,6%
A4,6%69,6%13,6%
SK7,5%41,5%13,5%
L2,2%16,2%3,7%

Irland macht derzeit Schulden im Ausmaß von fast einem Drittel seiner Wirtschaftsleistung. Ein Drittel! Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Maastricht-Kriterien für die Eurozone sehen 3% vor; Irland hat den 11fachen Wert! Einzig Luxemburg unterschreitet das Ziel noch. Stellen Sie sich nur vor, wie viel Geld das ist? Die deutsche Wirtschaftsleistung beträgt 2.432 Mrd. Euro. Bei einer Neuverschuldungsrate von 4,3% bedeutet das 104,6 Mrd. Euro mehr an Schulden … oder 1.274 Euro je Bundesbürger. Damit sie das nicht falsch verstehen. Das sind NEUE Schulden, da der Staat seit Jahrzehnten über seine Verhältnisse lebt und mehr Geld ausgibt als er einnimmt. Somit gehen mit 23,5% fast 1/4 der Steuereinnahmen für den Schuldendienst drauf. Nur um die Dramatik ein wenig ins rechte Licht zu rücken. Die Iren machen lt. Eurostat heuer voraussichtlich Neuschulden in Höhe  von 11.058 Euro pro Kopf!!! 11.058 Euro! Welch eine Summe kommt da erst zusammen, wenn man alle Euroländer addiert. Und spannt man den Bogen weiter, und rechnet man noch den Schuldenstand der USA mit ein … wer soll die Zeche bezahlen? Bereits knapp an der Handlungs- und Gestaltungsunfähigkeit sind Italien, Griechenland und die Niederlande die über der oder knapp die Hälfte ihrer Steuereinnahmen für den Schuldendienst aufwenden müssen. Mit immer weiter steigenden Ausgaben, immer höheren Defiziten wird dieser Prozentsatz immer höher. Was wird dann passieren? Wenn es nichts mehr zu verteilen gibt, in einer Gesellschaft, die den süßen Geschmack der Verteilung einmal geschmeckt hat?

Es ist blauäugig zu fordern, aber es soll an dieser Stelle gesagt werden. Die Bibel gibt uns auch in diesem Bereich eine Handlungsanweisung an die Hand:

Am Ende jedes siebten Jahres sollt ihr einander eure Schulden erlassen. 
5. Mose 15,1

Das ist sinnvoll, denn der Zinseszins … wahrlich ein Wunder! 

Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben.
Lukas 16,13

Die Iren werden nicht die letzten sein und letztlich wird es alle erwischen, denn niemand will umdenken. Nachdem Wirtschaft Krieg mit anderen Mitteln ist:

Die dämonischen Geister versammelten die Heere der Welt an dem Ort, der auf Hebräisch "Harmagedon" heißt. 
Offenbarung 16,16

Ist Harmagedon Dublin, oder doch eher Frankfurt, London, New York?

Deutschland ist nicht der Zahlmeister Europas. Deutschland muss nur das Guthaben zurückgeben, das es vorher erhalten hat. Wie hoch die Zinsen sind und vor allem ob sie leistbar bleiben und alles wieder ins Gleichgewicht kommt … man wird es sehen meint

Ihr

Wirtschaft$Gott

 

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15 Antworten auf "Griechenland und nun Irland – Deutschland der Zahlmeister? Wie lange noch?"

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