Verschuldung, Schuldenfalle und schließlich die Schuldenkrise

 

Creditreform hat den aktuellen Schuldenatlas fertig gestellt. 6,49 Millionen der über 18-jährigen Deutschen sind aktuell überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Das ist eine Steigerung um 300.000 gegenüber dem Vorjahr. Somit beträgt die Schuldnerquote 9,50% gegenüber 9,09% im Vorjahr. Deutschland das Land der Schuldner? Schuldokratie statt Demokratie?

 

Schuldner international in guter Gesellschaft

Es scheint heutzutage fast schon eine Schande zu sein, keine Schulden zu haben. Der Nachbar hat welche, die Freunde, die Stadt, das Land und auch der Bund haben Schulden. Schulden ohne Ende. Leben wir am Ende in einer Schuldokaratie?

Warum eigentlich nicht. Alles ist auf Schulden aufgebaut. Niemand will mehr sparen um dann zu konsumieren, sondern es wird konsumiert … und dann nicht gespart, sondern weiter konsumiert. Heraus kommt eine immer rasanter steigende Verschuldung, vor allem bei Frauen und zunehmend bei Jugendlichen. Letzteren scheinen das Handy und die verschiedenen Aboangebote zum Verhängnis zu werden. Somit zeigt sich ein trauriges Bild in der Republik. 2010 ist in allen Bundesländern eine Zunahme der privaten Überschuldung zu verzeichnen. Überdurchschnittlich stark fiel der Anstieg in Sachsen-Anhalt aus (plus 0,53%-Punkte gegenüber 2009) sowie im Saarland und in Berlin (jeweils plus 0,51%-Punkte). Um einen vergleichsweise geringen Anteil ist die Schuldnerquote in Bremen gestiegen (plus 0,21%-Punkte), allerdings von hohem Niveau aus. Die Hansestadt (14,13%) weist nämlich weiterhin die höchste Quote aller deutschen Länder auf, gefolgt von Berlin (12,67%) und Sachsen-Anhalt (11,58%). Am niedrigsten ist Schuldnerquote derzeit in Bayern (7,06%), Baden-Württemberg (7,46%) und Sachsen (8,37%). Erhellend auch das Ergebnis der Studie, wonach 40% der Deutschen angeben, häufig oder manchmal finanziellen Stress zu haben.

Wenigstens bei den Schulden wächst Deutschland zusammen. Lagen die Verschuldungsquoten 2004 noch weit auseinader (9,59% in den alten vs. 10,50% in den neuen Bundesländern) sind es für 2010 9,51% vs. 9,45%. In beiden Landesteilen wurde sie reduziert, aber am dramatischsten im Osten, wo sie heute sogar (wie schon 2009) unter der im Westen liegt.

Dennoch, 6,49 Mio. Schuldner haben laut Statistischem Bundesamt ein Schuldenvolumen von  239 Mrd. EUR oder durchschnittlich je ca. 36.900 EUR. 239 Mrd. Euro, eine unfassbare Summe!

International sieht es nicht besser aus. Vor allem die USA und Großbritannien sind nach wie vor von der Immobilienkrise gebeutelt. Während wir hierzulande bereits den stärksten Rückgang der Arbeitslosenzahlen seit 1992 zu verzeichnen gab, steigen sie in diesen Ländern, in den USA sogar dramatisch. Waren 2008 noch 8,92 Mio. Amerikaner ohne Beschäftigung, werden es laut Schätzung des Bureau of Labour Statistics 2011 17,15 Mio. sein. Für Deutschland geht die Bundesagentur für Arbeit von 2,90 Mio. nach 3,25 Mio. für 2010 aus. So verwundert es nicht, dass in den USA mehr als 43 Mio. Bürger überschuldet sind, das ist ein Plus von 3.8 Mio. gegenüber 2009 und entspricht einer Schuldnerquote von 17,4%. Die Verschuldungsquote in UK beträgt 13,8%, 6,8 Mio. Briten sind überschuldet, 1,3 Mio. mehr als 2009.

Öffentliche Schulden

Doch das ist ja nur die Spitze des Eisberges. Erhellend und gleichzeitig deprimierend ist die Aufstellung der öffentlichen Schulden, wie sie vom Statischen Bundesamt jährlich veröffentlich wird. Betrugen die Schulden des Gesamtstaates (also aller Gebietskörperschaften zusammen) 1950 noch 9,5 Mrd. Euro oder 190 Euro je Bundesbürger waren es 2009 1.694,4 Mrd. Euro oder 20.698 Euro pro Kopf. Insgesamt sind die Schulden in den 59 Jahren seit 1950 um unglaubliche 17.736% gestiegen, die Pro-Kopf-Verschuldung stieg um 10.794%. 10.794%!!! Man stelle sich das vor!

Im Verhältnis zur Wirtschaftskraft betrug 2009 der Bruttoschuldenstand des Gesamtstaates Deutschland 73,2% des BIP, Frankreich 77,6%, UK 68,1%, Österreich 66,5%, Griechenland 115,8. Wir sind also zu fast 3/4 unserer Wirtschaftskraft, unseres jährlichen Einkommens als Volkswirtschaft, verschuldet.

Für jeden einzelnen bedeutet das, dass er zusätzlich zu seinen privaten Schulden noch 20.700 Euro öffentliche Schulden hat. Und diese Schulden werden immer mehr, denn es hat schon lange keinen deutschen Haushalt mit Überschuss gegeben. Und nur mit einem Überschuss kann gespart werden! Wenn die öffentlichen Schulden nicht reduziert werden, dann werden wir Probleme bekommen. Der Staat kann seine Schulden auch auf andere Art und Weise los werden: Durch Inflation.

Inflation

Die Währung zu inflationieren scheint der Lösungsweg der Amerikaner zu sein. Anders kann die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank FED nicht gewertet werden. Laut deren Vorsitzendem Ben Bernanke will sie bis Juni 2011 US-Staatsanleihen um insgesamt 600 Mrd. Dollar kaufen. Im selben Zeitraum wird die US-Regierung insgesamt 1.400 Mrd. Dollar an Krediten aufnehmen; ein Großteil davon also von der unabhängigen Zentralbank finanziert. Ein Geldfluss, der hier auf die Welt zukommt, der zu Inflation führen muss und vielleicht hat es die FED damit auch übertrieben. Immerhin hat der treueste Kunde amerikanischer Staatsanleihen (die letztlich nichts anderes sind als die Finanzierungsmittel des Budgetdefizits) bereits anmerken lassen, dass er nicht sehr erfreut darüber ist: China. Der Berater der chinesischen Notenbank, Xia Bin hat sich in diese Richtung geäußert.

Solange die Welt keine Zurückhaltung bei der Ausgabe von Weltwährungen wie dem Dollar übt, ist das Eintreten einer neuen Krise unvermeidlich.
Xia Bin, Berater der chinesischen Notenbank

Außerdem ist großer Zweifel an der Effektivität der Maßnahme angebracht, wie es der Bundeswirtschaftsminister so treffend und bildhaft ausdrückte.

Es reicht nicht, allein das Wasser hinzustellen. Die Pferde müssen auch saufen.
Rainer Brüderle, Bundeswirtschaftsminister

Was in diesem Land passiert, wenn die Inflation steigt, wissen wir mit einem Blick auf die 1930er Jahre nur zu gut. Es ist daher unerlässlich die Verschuldung zu reduzieren, die private ebenso wie die öffentliche.

Gibt es eine Lösung für das Verschuldungsproblem?

Maßhalten und nicht jeder Versuchung unterliegen ist das Motto der Stunde. Es geht nur über die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen, denn der Staat, das sind wir! Wir können nicht immer nur vom Staat verlangen, wenn wir selbst nicht bereit sind, etwas zu tun. Die Bibel sagt uns diesbezüglich:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Matthäus 6,13

Die Versuchung ist immer groß und die Versuchung und die Gier haben uns in die Wirtschaftskrise geführt. Gott will von uns, dass wir der Versuchung widerstehen, doch wem gelingt das in der heutigen Konsumwelt? Es muss das neue Auto, der Urlaub und die neue Einrichtung sein. Und zwar jetzt und sofort. Wozu hat man schließlich ein Bankkonto und eine Kreditkarte?

Der Zinseszins ist wie das achte Weltwunder. Bei nur 5% Zinsen werden aus 1.000 Euro Kredit nach nur 10 Jahren 1.628 Euro. Da die öffentliche Hand ihre Schulden nicht reduziert, steigt der Zinsdienst jedes Jahr an, und damit das Defizit weiter. Es muss daher – wenn die Schulden nicht weginflationiert werden sollen – eine andere Vorgehensweise angewandt werden.

Am Ende jedes siebten Jahres sollt ihr einander eure Schulden erlassen. Wenn ihr jemandem aus eurem Volk etwas geliehen habt, dann fordert es nicht mehr zurück, und zwingt eure Schuldner nicht zur Rückzahlung! Denn zur Ehre des Herrn wurde das Jahr des Schuldenerlasses bestimmt. Nur wenn Ausländer euch etwas schulden, dürft ihr es zurückverlangen. Euren Landsleuten aber sollt ihr alles erlassen, damit keiner von euch verarmt.
5. Mose 15,1-4

Das scheint Ihrem Wirtschaft$Gott eine sehr vernünftige Idee zu sein, da nach sieben Jahren gegenseitig die Schulden erlassen werden, käme es zu nachhaltigerem Wachstum, wir würden unserem Planeten nicht so viel zumuten wie bisher und es käme vor allem zu einem gesünderen Wachstum meint

Ihr

 

Wirtschaft$Gott

 

 
 

 

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